Ausrüstung und Kleidung

Da wir uns auf "Wildnisjagden" spezialisieren benötigen Sie eine Ausrüstung die diesem Zweck angepasst ist. Zwar können Sie sich kleinere Gegenstände wie Kochgeschirr etc von uns leihen, andere Dinge müssen aber Ihrem Körper angepasst sein. Ausrüstungsgegenstände wie Schlafsack, Rucksack etc sollten Sie sich am Besten vor Reiseantritt besorgen und austesten um sicherzustellen dass Sie die richtige Grösse für Ihren Körper haben. Als Vertreiber qualitativ hochwertiger Ausrüstung zu fairen Preisen können wir Ihnen Gecko-Climbing empfehlen.

Rucksack

Die Wahl des Rucksacks wird von Einsatzzweck und Dauer der Jagd beeinflusst. Für Tagesjagden reicht oft ein kleiner Rucksack, etwa 25-35 Liter. Allerdings passt in den dann normalerweise kein erlegtes Wild rein - eine extra Tragelösung muss her (siehe weiter unten, Wildpretversorgung).

Für einfache Übernachtungen - insbesondere auf Hütten - kann ein etwas grösserer 45 Liter Rucksack reichen. Dieser muss gross genug sein um Schlafsack, Jacke und eventuell Kochgeschirr aufzunehmen. Das Problem ab dieser Grösse ist dass auch hier kein erlegtes Wild mehr zusätzlich reinpasst, und die weiter unten erwähnte Wildpretversorgung mittels Wildpretsack auch nicht mehr möglich ist da man nicht Wildpretsack und 45 Liter Rucksack bequem zusammen tragen kann.

Daher ist für Touren mit Übernachtung ein grosser Trekkingrucksack zu empfehlen. Er sollte etwa 65-95 Liter fassen - je länger die Tour umso grösser ist das benötigte Volumen für extra Lebensmittel. Da er ziemlich schwer beladen werden kann - über 40kg wenn ein schwerer Rothirsch erlegt wurde - muss er extrem gut verarbeitet und für schwere Lasten ausgelegt sein. Achten Sie beim Kauf auf extrem gute Nähte und einen stabilen, bequemen Hüftgurt. Keine Billiglösungen von Aldi oder Lidl!

Mit den grossen Trekkingrucksäcken entsteht jedoch das Problem dass man nun eine gute Lösung zum Transport ins Revier hat, aber dann auf der Pirsch den grossen Rucksack mitschleppen müsste. Dies ist eine akzeptable Lösung für Jagden oberhalb der Buschlinie. Innerhalb des Buschs jedoch, wo man überall hängenbleibt und unter Baumstämmen durchkriechen muss, ist ein Trekkingrucksack zu sperrig. Es gibt Modelle bei denen man die Deckeltasche in einen Tagesrucksack umformen kann, oder man kann sich zusätzlich einen kleineren, zusammenfaltbaren Tagesrucksack mitnehmen.

Weiterer wichtiger Punkt ist die trockene Unterbringung der Ausrüstung. Sämtliche europäischen Lösungen wie Überziehponchos und Rucksackschützer sind hier unbrauchbar. Die einzig funktionierende Lösung ist ein "Pack Liner", den man hier in allen Outdoorläden für etwa NZ$5 bekommt. Dies ist ein stabiler Plastiksack der in den Rucksack hineingesteckt wird und alles Material trockenhält - da schwimmfähig kann man so auch sicher Flüsse und Seen durchqueren. Weiterhin ist er als Notunterkunft oder Notponcho umfunktionierbar.

Schlafsack, Zelt und Biwaksäcke

Sowohl Daune als auch Kunstfaserschlafsäcke sind geeignet. Bei Daunenschlafsäcken sollte auf eine wasserabweisende Aussenhaut geachtet werden. Der Temperaturebereich sollte komfortables Schlafen bei leichten Minusgraden ermöglichen - auch im Sommer muss ab und zu mit Frost bis etwa -8 Grad Celsius gerechnet werden.

Das Gewicht sollte in etwa 1-1.5kg betragen. Achten Sie hierbei aber mehr auf Bequemlichkeit - die meisten Niedriggewichtsschlafsäcke sind sehr eng geschnitten und bequemes Schlafen ist nicht für jedermann möglich. Achten Sie auch auf niedriges Packvolumen, Kompressionssäcke sind sehr gut.

Bei Übernachtungen im Freien benötigen Sie zusätzlich eine Iso-Matte um sich gegen Bodenkälte zu schützen. Hier gibt es eine Vielfalt an Möglichkeiten, von der einfachen Schaummatte bis hin zur selbstaufblasenden Matratze. Letzere ist oft die bequemere wenn auch ein klein wenig schwerer.

Für Übernachtungen im Freien gibt es im Prinzip drei praktikable Möglichkeiten: Zelt, Biwaksack und Hängematte. Das Zelt ist natürlich die bequemste, wenn auch schwerste Lösung. Erschwerend kommt hinzu dass man vielerorts keinen geeigneten Platz findet um das Zelt aufzustellen. Es ist am Besten geeignet für Flusstäler oder Jagden oberhalb der Buschlinie - wobei es hier vor allem wind- und regenfest sein muss.

Biwaksäcke sind eine sehr gute Schönwetterlösung wenn man Gewicht sparen möchte. Auch sonst sind sie als Notunterkünfte zu empfehlen - wobei man nicht gerne freiwillig mit ihnen im Regen übernachtet, aber es geht. Ihr idealer Einsatzzweck ist in Kombination mit einer Hütte - wenn das Wetter schön ist kann man mit ihnen sich an einen guten Hang legen, ansonsten übernachtet man auf der Hütte.

Die dritte Lösung ist eine Hängematte. Ihr Einsatzgebiet ist der dichte Busch und steile Hänge unterhalb der Buschlinie. Hier findet man selten gute Plätze um auf dem Boden zu schlafen. Sie wiegen wenig und es gibt sehr gute Modelle die ein Regendach haben (Henessy Hammocks).

Kochgeschirr

Kunststofftasse und -teller sind einfach zu reinigen und wiegen wenig. Weiterhin benötigen Sie ein kleines Campingbesteck - kaufen Sie sich hierzu auch eine Schutzhülle oder -tasche, sonst zersticht Ihnen die Gabel wertvolles Material.

Bei der Wahl des Kochgeschirrs und des Brenners werden Sie von jedem Camper eine andere Meinung bekommen. Die drei Hauptkategorien sind hierbei Gas, Spiritus und Benzin.

Zum Benzinkocher würde ich Ihnen gänzlich abraten. Sein idealer Einsatzort ist der hochalpine Bereich, da er über ein Drucksystem verfügt das die einfache Vergasung der Brennflüssigkeit ermöglicht. Seine Nachteile sind jedoch seine komplizierte Bedienung (viele Kleinteile), schwere Regulierung der Flamme und das Benzin stinkt und russt - den Geschmack kriegen Sie dann ins Essen. Weiterhin haben Sie Probleme beim Transport durch Fluggesellschaften. Die meisten weigern sich sogar leere und gespülte Brennstoffflaschen zu transportieren.

Gaskocher sind eine sehr gute Leichtgewichtslösung - für Hüttenwanderer ideal. Jedoch sind sie meist wackelig und brennen schlecht ohne zusätzlichen Windschutz. Bei Einsätzen in kalten Umgebungen - knapp über dem Gefrierpunkt beginnend - nimmt auch der Dampfdruck in der Kartusche stark ab, so dass man zunächst die Kartusche irgendwie erwärmen muss bevor man den Kocher benutzen kann. Viele Camper nehmen die Kartusche daher mit in den Schlafsack. Zu guter Letzt besteht auch hier das Problem des Transports mit einer Fluggesellschaft da Kartuschen als Gefahrgut gelten. Sie müssen sich als Kartuschen vor Ort kaufen - und nicht jeder Laden wird die zu Ihrem Kocher passende Kartusche haben.

Die vermutlich beste Lösung bis knapp unter den Gefrierpunkt sind Spiritussturmkocher von Trangia. Sie brennen zuverlässig und bringen ihren eigenen Windschutz mit. Die Regulierung der Flamme ist zwar nicht perfekt aber mit etwas Übung gut in den Griff zu kriegen. Spiritus stinkt nicht so übel wie Benzin, kann als Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt werden. Überschüssigen Brennstoff am Ende des Trips kann man sehr stark mit Wasser verdünnen und wegkippen. Die Sturmkocher sind etwas schwerer als Benzin- oder Gaskocher aber durch den Aluminiumwindschutz stehen sie stabiler auf dem Boden was beim Kochen im Zelt sehr hilfreich ist.

Stirnleuchte

Ein nicht zu unterschätzender Gegenstand ist eine gute Stirnleuchte. Moderne Leuchten sind oft eine Kombination aus LED und Halogenleuchte. Unter LED Betrieb haben Sie über 100 Stunden und mehr Licht. Die Halogenleuchte ist sehr gut wenn eine stärkere Lichtquelle benötigt wird, z.B. bei schlechter Sicht oder beim Aufbrechen von Wild. Eine gute Stirnleuchte macht oft den Unterschied zwischen einer kalten, nassen Nacht im Freien oder einer warmen, trockenen Nacht im Camp aus. Achten Sie deshalb auf Qualität, und tragen Sie immer Ersatzbatterien bei sich.

Wildpretversorgung

Zunächst zu den Kleinteilen die kurz vor und nach dem Schuss benötigt werden:

Was passiert nun nachdem Sie ein Stück Wild erlegt haben? Sie stehen vor drei Problemen: Transport ins Camp, sicheres Lagern des Wildprets und finaler Transport. Zum Transport ins Camp können Sie sich oft einen "Rotwildrucksack" aus den Keulen und Decke des Stücks basteln - besonders bequem oder hygienisch ist dies aber nicht. Empfehlenswerter ist ein "Wildpretsack" ("Meat Bag") - ein stabiler, zusammenrollbarer Rucksack aus reissfestem Material (Mitte nächstes Bild).

Im Camp müssen Sie ihr Wildpret kühl und vor Fliegen sicher aufbewahren. Dazu können Sie z.B. ein Fliegennetz verwenden und das Wildpret im Schatten aufhängen (Bild rechts). Oberhalb der Buschlinie fehlt Ihnen jedoch diese Möglichkeit da keine Bäume vorhanden sind. Hier können Sie einen wasserdichten Kanusack benutzen (Bild links) und das ausgebeinte Wildpret in einem Bachlauf kühlhalten.

Notfallausrüstung und Apotheke

Ihre Notfallausrüstung sollten Sie ständig bei sich tragen. Sie enthält alles Material das nötig ist um eine Nacht im Busch zu überleben falls Sie entweder verletzt sind oder von der Dunkelheit überrascht wurden:

Der letzte Gegenstand auf der Liste ist einer der wichtigsten - ein Notfallpeilsender (EPIRB). Funktelefone funktionieren nur sehr begrenzt im Busch. Jährlich kommen in Neuseeland mehrere Touristen ums Leben weil sie sich verlaufen oder verletzen und keine Hilfe holen können. Ein EPIRB oder alternativ ein Satellitentelefon sind zwar nicht billig aber sie sind die beste Lebensversicherung die Sie sich für Geld kaufen können.

Schreiben Sie unbedingt einer zuverlässigen Person Ihren Plan auf - wo genau wollen Sie jagen, wann planen Sie zurück zu sein, ab wann sollte ein Suchtrupp gestartet werden?

Orientierung

Eine Topographische Karte (260er Serie) der Umgebung in der Sie jagen wollen (Clearwater Tarn). Machen Sie sich eine vergrösserte Farbkopie der näheren Umgebung und laminieren Sie diese wasserfest ein.

Ein guter Kartenkompass mit klarem Boden erleichtert die Kartenarbeit ungemein. Kaufen Sie sich den Kompass hier in Neuseeland da die Inklination der Kompassnadel für die Südhalbkugel ausgelegt sein muss, oder stellen Sie sicher dass Ihr Kompass einen Inklinationsausgleich hat (nur bei teueren Kompassen).

Ein GPS System. Verlassen Sie sich jedoch niemals vollkommen auf das GPS - es zeigt im dichten Busch und bei starkem Regen entweder gar nichts an oder kann Positionen angeben die um mehrere hundert Meter danebenliegen. Stellen Sie das GPS auf "New Zealand Map Grid" (NZMG) ein damit es mit den Karten der 260er Serie übereinstimmt.

Wichtig: Üben Sie Orientierung mit Karte und Kompass - bei unter 30m Sicht im Busch ist der Kompass Ihr bester Freund!

Optik

Ganz wichtig zunächst Ihre persönliche Optik: Sonnenbrille. Die UV Strahlung in Neuseeland ist sehr hoch und Sie müssen unbedingt Ihre Augen schützen. Ihr Sonnenbrille sollte UV wirkungsvoll blocken und keine Strahlung von der Seite hereinlassen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen sollten Sie unbedingt immer eine Ersatzbrille mit sich führen.

Zur Jagdoptik empfiehlt sich generell ein qualitativ hochwertiges kleines Taschenfernglas, etwa 10x25 oder ähnlich. Dies reicht Ihnen zur Jagd auf Rotwild bis einschliesslich oberhalb der Buschlinie aus. Bei Jagd auf Gams und Thar sind 10x40, 10x56 oder sogar ein Spektiv zu empfehlen.

Zielfernrohre sollten variabel sein, 3-9x ist eine gute Wahl. Da nicht bei Dunkelheit gejagt werden darf spielt der Objektivdurchmesser eine untergeordnete Rolle. Nehmen Sie den Schutzdeckel mit um bei Nässe die Optik klar zu halten.

Kleidung

Die Kleidung sollte dem Einsatzzweck angepasst sein. Da grössere Strecken gelaufen werden - oft mit grossen Steigungen - sollte es eher Funktionswäsche sein als traditionelle Jagdkleidung. Wir raten von Wollstoffen und Baumwolle dringend ab - Wolle kann mit Schweiss zu Hautreizungen führen die im Busch sehr, sehr unangenehm werden können. Farben sind nur sekundär wichtig - Signalfarben (orange) sind sogar empfohlen um gut von anderen Jägern gesehen zu werden.

Falls Sie sich Kleidung kaufen müssen so können Sie das gerne hier in Wellington tun - die Preise liegen meist deutlich unter dem europäischen Niveau.

Alpinausrüstung

Für die meisten Jagden bis einschliesslich knapp oberhalb der Buschlinie benötigen Sie im Allgemeinen keine Alpinausrüstung. Jedoch kann ein Schutzhelm auch bei Jagden an Steilhängen überlegenswert sein; bei Jagd auf Gams und Thar ist er sehr zu empfehlen.

Eine Eisaxt ist unabdingbar sobald in Höhenlagen vorgedrungen wird in denen Schnee und Eis zu erwarten sind. Steigeisen sind in der Regel nicht notwendig solange man mit einer Eisaxt umgehen kann. Falls Sie im hochalpinen Bereich Gams und Thar jagen möchten so sollten Sie unbedingt vorher einen Alpinkurs absolvieren in dem Sie den Umgang mit Eisaxt und Steigeisen lernen. Denken Sie daran dass die hochalpinen Gebiete einen Fehler nur sehr selten verzeihen!


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